20.05.2026 | Allgemein

Offizielle Stellungnahme des EHC Meinisberg zur geplanten Gruppeneinteilung der 1. Mannschaft für die Saison 2026/27

Aufgrund der Berichterstattungen der vergangenen Tage zur geplanten Gruppeneinteilung der 1. Mannschaft des EHC Meinisberg sieht sich der Verein veranlasst, die folgende Stellungnahme abzugeben.

 

Ausgangslage

Der EHC Meinisberg blickt auf eine 50-jährige Vereinsgeschichte zurück. Seit dem Beitritt zum Schweizerischen Eishockeyverband im Jahr 1978 wurden beide Mannschaften des Vereins ausnahmslos der Region Zentralschweiz zugeteilt. Mannschaft, Trainerteam, Sponsoring und Vereinsstruktur sind über Jahre konsequent auf den Raum Bern und die Zentralschweiz ausgerichtet.

Über inoffizielle Kanäle hat der EHC Meinisberg im Mai 2026 Kenntnis davon erhalten, dass die 1. Mannschaft für die Saison 2026/27 neu in die Gruppe 5 der Region Westschweiz eingeteilt werden soll. Eine offizielle Information durch den Schweizerischen Eishockeyverband ist bis zu jenem Zeitpunkt nicht erfolgt. Ebenso wenig wurde der Verein vorgängig konsultiert oder zu einer Stellungnahme eingeladen.

Zuständigkeit und Kommunikation

Der Entscheid liegt in der Zuständigkeit des Koordinationsgremiums der 2. Liga. Dieses besteht aus:

  • Markus Andres, Regionalligapräsident Zentralschweiz
  • Walter Mengisen, ehemaliger Präsident SC Lyss
  • Alex Reymondin, Vizepräsident EHC Thun

Der EHC Meinisberg stellt fest, dass die Entscheidungsfindung ohne vorgängige Konsultation des betroffenen Vereins erfolgt ist. Insbesondere von Herrn Andres in seiner Funktion als Regionalligapräsident Zentralschweiz und von Herrn Mengisen, der die regionale Eishockeylandschaft und die Verantwortlichen des EHC Meinisberg langjährig kennt, hätte der Verein einen vorgängigen Austausch erwarten dürfen. Eine Information oder Anhörung des Vereins vor der Entscheidung wäre aus Sicht des EHC Meinisberg eine selbstverständliche Pflicht der zuständigen Gremien gewesen.

Sachliche Bedenken zur geplanten Zuteilung

Die in der Berichterstattung bisher nur teilweise gewürdigten Argumente lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Reisewege
In der Gruppe 5 wären Auswärtsspiele unter anderem in Fleurier, La Chaux-de-Fonds, Pruntrut und Delémont auszutragen. Da der weitaus grösste Teil der Spieler im Raum Bern wohnt, ergeben sich Anreisezeiten von 90 bis 120 Minuten und mehr pro Auswärtsspiel. Diese Distanzen sind nicht vergleichbar mit jenen in der Zentralschweizer Gruppe, in der die längsten Anfahrtswege im Übrigen nicht den EHC Meinisberg betreffen.

Wirtschaftliche Auswirkungen
Heimspiele gegen geografisch weit entfernte Gegner ohne regionalen Bezug ziehen erfahrungsgemäss deutlich weniger Zuschauer an. Mindereinnahmen aus Eintritten und Buvettenbetrieb sind die unmittelbare Folge.

Sprachgrenze
Der EHC Meinisberg ist ein deutschsprachiger Verein. Eine flächendeckende Kommunikation in französischer Sprache – sei es im Spielbetrieb, an offiziellen Sitzungen der Westschweizer Ligen oder bei der Verarbeitung von Verbandsinformationen – ist organisatorisch nicht abbildbar. Eine deutschsprachige Begleitung durch die Westschweizer Liga ist nicht vorgesehen.

Vorhersehbarkeit der Situation
Sowohl das Defizit einer Mannschaft in der Gruppe 5 als auch der Aufstieg des EHC Laufen in die 2. Liga und die damit verbundene Konstellation von neun Mannschaften in der Zentralschweiz waren seit längerer Zeit bekannt. Der EHC Meinisberg hätte eine vorausschauende, transparente und im Dialog mit den betroffenen Vereinen entwickelte Lösung erwartet.

Vorschlag des Verbandes
Als einzige Lösungsoption wurde dem EHC Meinisberg empfohlen, mit dem aufgestiegenen EHC Laufen direkt Kontakt aufzunehmen und einen freiwilligen Gruppentausch zu prüfen. Diese Interessensabklärung mit einem anderen Verein hätte aus Sicht des EHC Meinisberg originär durch den Verband selbst erfolgen müssen. Der EHC Meinisberg ist dem Hinweis dennoch nachgekommen; der EHC Laufen hat einen freiwilligen Tausch mit nachvollziehbaren Gründen abgelehnt.

Gesprächsbereitschaft
Der EHC Meinisberg hat seit Bekanntwerden des Entscheids mehrfach Gesprächsbereitschaft am runden Tisch signalisiert. Bis zum heutigen Tag wurde dieses Angebot weder vom Koordinationsgremium – namentlich von den Herren Andres, Mengisen und Reymondin – noch von Herrn Paolo Angeloni als Vertreter des Schweizerischen Eishockeyverbandes aufgenommen.

Der Verein hält an seinem Angebot eines persönlichen Gesprächs ausdrücklich fest und steht für eine konstruktive Diskussion an einem runden Tisch jederzeit zur Verfügung. Der EHC Meinisberg ist überzeugt, dass im direkten Austausch eine für alle Seiten tragfähige Lösung gefunden werden kann.

Kompromissbereitschaft und Zeithorizont

Der EHC Meinisberg verschliesst sich einer Gruppenrotation nicht grundsätzlich. Der Verein ist sich bewusst, dass der Verband die Gesamtlandschaft der 2. Liga im Blick behalten muss und dass Anpassungen über die Jahre hinweg notwendig sein können.

Was der EHC Meinisberg benötigt, ist die für einen seriösen Übergang zwingend notwendige Zeit. Eine Neuausrichtung des Vereins auf die Westschweizer Gruppe bedeutet weit mehr als eine sportliche Anpassung: Spielerverträge müssen unter neuen Voraussetzungen verhandelt, das Trainerteam und die Staffmitglieder mit ihren beruflichen Verpflichtungen in die Planung einbezogen, Sponsoringverhältnisse neu ausgerichtet und die kommunikativen sowie organisatorischen Strukturen auf eine zweisprachige Liga umgestellt werden. Solche Veränderungen lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen nach Bekanntwerden eines Entscheids realisieren.

Vor diesem Hintergrund schlägt der EHC Meinisberg dem Verband die folgende, aus Sicht des Vereins faire und tragfähige Lösung vor:

  • Ausnahmegenehmigung für die Saison 2026/27: Der EHC Meinisberg verbleibt für die kommende Saison in der bisherigen Zentralschweizer Gruppe.
  • Gemeinsame Standortbestimmung im Herbst 2026: Verband und Verein beurteilen die Situation für die Saison 2027/28 frühzeitig und auf einer soliden Datenbasis.
  • Bereitschaft für die Saison 2027/28: Der EHC Meinisberg signalisiert bereits heute seine grundsätzliche Bereitschaft, ab der Saison 2027/28 in die Westschweizer Gruppe zu wechseln, sofern dies aus Verbandssicht weiterhin notwendig sein sollte – mit dem entscheidenden Vorteil einer sauberen, vorausschauenden Vorbereitung.

Mit diesem Vorgehen gewinnen beide Seiten: Der Verband erhält Planungssicherheit für die übernächste Saison und ein verbindliches Commitment des EHC Meinisberg, eine Gruppenrotation mitzutragen. Der Verein erhält die für eine seriöse Neuausrichtung notwendige Zeit. Vor allem aber wird sichergestellt, dass der Spielbetrieb in der Saison 2026/27 überhaupt aufrechterhalten werden kann.

Erwartungen an die Verbandsgremien

Der EHC Meinisberg richtet folgende konkrete Erwartungen an die zuständigen Gremien:

  • An die Herren Andres, Mengisen und Reymondin als Mitglieder des Koordinationsgremiums: Aufnahme des Dialogs mit dem EHC Meinisberg im Rahmen eines runden Tisches und vorurteilsfreie Prüfung des oben skizzierten Kompromissvorschlags.
  • An den Schweizerischen Eishockeyverband und Herrn Angeloni: Wahrnehmung der Verantwortung des Verbandes für eine ausgewogene und im Dialog mit den Vereinen entwickelte Gruppenzuteilung, die den Spielbetrieb und die Existenz der betroffenen Vereine nicht gefährdet.
  • Eine zeitnahe, transparente und schriftliche Rückmeldung zum Antrag des Vereins auf eine Ausnahmegenehmigung für die Saison 2026/27.

Schlussbemerkung

Der EHC Meinisberg hat in seiner 50-jährigen Geschichte stets ein konstruktives Verhältnis zum Verband und zu den Mitvereinen gepflegt und in schwierigen Situationen lösungsorientiert mitgewirkt. Der Verein erwartet von den zuständigen Gremien dieselbe Haltung.

Es geht in dieser Angelegenheit nicht um den EHC Meinisberg allein, sondern um die Frage, wie die zuständigen Gremien mit den Vereinen der unteren Ligen umgehen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Vereinsrückzüge am Ende allen schaden – den betroffenen Vereinen, den Spielerinnen und Spielern, den verbleibenden Teams, den Zuschauern, dem Verband und dem Sport insgesamt. Genau dies gilt es im Sinne des Schweizer Eishockeys zu vermeiden.

EHC Meinisberg

Der Vorstand

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